Unglaublich, wie sich Karl und Ingrid Wannemacher jetzt schon 30 Jahre lang ohne Sponsor und Hotelbetten in der Berliner Spitzengastronomie behaupten. Hier mein Bericht aus dem Tagesspiegel:
Hotel-Restaurants bleiben in Berlin ewig problematisch. Zwar gibt es ein paar sehr gute – aber wer braucht die B-Kategorie? Ich habe mir mal wieder das “Le Faubourg” im Concorde-Hotel in Charlottenburg angesehen.
Sollte hier schon jemand Schlange stehen wollen? Es dauert noch ein paar Tage, bis das an sich fertige Restaurant “Berlin Moscow” tatsächlich öffnet – Mitgesellschafter Hans-Peter Wodarz hat am Montag den 1.Februar als endgültiges Datum angekündigt. Das Restaurant selbst, wie das alte und zu Recht gescheiterte “Lindenlife” ziemlich schlauchförmig, sieht gut aus, ist innenarchitektonisch auf der Höhe der Zeit, und Küchenchef Emmanuel Soares macht den Eindruck, als könne er was. Es wird also eine Küche mit zumindest starken russischen Einflüssen geben; Wodarz lobt, was junge Moskauer Köche machen und meint, das müsse auch in Berlin funktionieren. Entsprechend der Lage und Größe des Hauses gibt es Frühstück, Mittag- und Abendessen – günstiger Lunch ist ebenso versprochen wie der Versuch, den ersten Stock dank separater Küche ein wenig in Richtung Gourmet zu stemmen. Bald hier mehr.
Das Comeback von Markus Semmler hat mich hier schon beschäftigt, aber nur vorab. Wie es dort wirklich ist, stand am Sonntag im Tagesspiegel und nun auch hier: Er ist ein Konservativer!
Thomas Platt hat sich für die Feinkost-Seite nach Fleischfonds umgesehen, die entweder als Suppenbasis taugen oder aber, konzentrierter, auch eine gute Soße kräftigen können. Mehr hier.
viele kennen den Park Sanssouci, wenige das Drachenhaus. Das wird sich sicher im Verlaufe des Preußenjahres ändern – ein kurioses Restaurant. Hier steht mehr.
Kennt hier jemand Erwin Gegenbauer nicht? Der Wiener Essigbrauer, von den Kollegen der FAZ gerade zum „Produzenten des Jahres“ ernannt, spielt mit seinen Kreationen in einer eigenen Liga, das reicht vom Tomatenessig bis zum Himbeerkernöl. Nun hat er etwas Neues auf den Markt gebracht, ganz schlicht „Weinessig“ betitelt. Doch hinter diesem Namen steckt ein höchst ehrgeiziger, um nicht zu sagen: verrückter Ansatz, der zum 80.Firmenjubiläum in diesem Jahr passt. Denn die 79 Weine in dieser Jubiläums-Cuvée stammen von sämtlichen Kontinenten, die weinfeindliche Antarktis mal ausgenommen. Weine geschickt haben so namhafte Betriebe wie Lageder, Dr.Loosen, Roda, Schug Carneros oder die Siam Winery in Thailand. Nicht, dass man das herausschmecken könnte (vielleicht eine Aufgabe für wagemutige MW?), aber es handelt sich um einen hellen, sehr konzentrierten, komplexen Weinessig höchster Qualität. Und weil der Erlös aus dieser Sonderedition Karlheinz Böhms Afrika-Stiftung „Menschen für Menschen“ zugute kommt, sind die Flaschen auch nur beim Motor dieser Aktion, dem Feinkosthändler Ralf Bos unter www.bosfood.de zu haben (11,99 für 0,25 l). Sehr empfehlenswert!

Unter den großen europäischen Köchen ist Norbert Niederkofler vermutlich einer der am wenigsten bekannten. Sein Restaurant liegt versteckt in den Dolomiten, wo außer Skifahrern, Bergfexen und Ess-Freaks niemand hinkommt. Doch das hat ihn nicht daran gehindert, eine höchst eigene Kochstilistik zu entwickeln, die in ihrer Verbindung von regionalen Produkten und Traditionen mit High-Tech und weltläufigen Einsprengseln genau den Nerv der Zeit trifft, nicht so versponnen wie der ähnlich arbeitende Stefan Wiesner, nicht so sittenstreng wie die Skandinavier. Er gilt als bester Südtiroler Koch, und insofern ist es konsequent, dass ein Verlag im südtirolverrückten München seine Künste herausstellt: „Mein Südtirol“ ist gerade in der Collection Rolf Heyne erschienen, deren Einsatz für die großen Restaurants und deren Küchenchefs überhaupt nicht genug gelobt werden kann. Den ganzen Beitrag lesen »
Kürzlich habe ich mich hier schon über Jean-Francois Piége und sein neues Pariser Restaurant geäußert, nun mehr zu Thierry Marx. Er ist eine gekannte Größe in Frankreich, hat es auf Chateau Cordeillan-Bages bei Bordeaux zu zwei Sternen gebracht und greift nun in Paris an, als Küchendirektor des frisch eröffneten Hotels Mandarin Oriental, Rue Faubourg St.Honoré. Das Hotel ist praktisch das erste große in Paris, das sich konsequent modern gibt und vom neobarocken Plüsch der Ritz-Generation abwendet – eine Augenweide. Den ganzen Beitrag lesen »
Seit einigen Wochen trägt das Restaurant Renger-Patzsch in Schöneberg den Bib Gourmand des Michelin. Zu Recht, wie ich finde.